Das Kartellamt bevorteilt Amazon und Co

Dabei zahlt der mittelständische, klassische Handel die Steuern vor Ort und schafft tarifgebundene Arbeitsplätze. Amazon und Co hingegen versteuern auf den Bahamas und boykottieren Tarifverträge. Blickt die Politik nicht durch oder liegt es an der aggressiven Lobbyarbeit der Online-Könige.

Das Kartellamt macht Politik gegen den stationären Handel. Gleichzeitig bezieht die Bonner Behörde ebenso eindeutig Stellung zugunsten des Online-Handels. Bedenkt man dabei, dass hier nach Angaben des Statistischen Bundesamtes/Wiesbaden 70 % des steuerpflichtigen Umsatzes im Jahr 2012 von nur 28 Unternehmen erwirtschaftet wurde, reibt man sich nicht nur verwundert die Augen. Vielmehr stellt sich die Frage, wie viel ökonomischer Sachverstand in Bonn anzutreffen ist. Es wird ein Markt bevorteilt, dessen große Unternehmen teils großzügig vom Staat alimentiert werden oder die ihre Steuern, anders als mittelständische Unternehmen, in Steuerparadiese verlagern. Hier von Verbraucherschutz zu reden, ist in unseren Augen der blanke Hohn! Auch wenn das Bundeskartellamt in seiner Argumentation die Worte „kleinere und mittlere Sportfachhändler“ im Munde führt, wird deren Beratungs- und Qualitätsanspruch überhaupt nicht gewürdigt. Man gewinnt vielmehr den Eindruck, dass allein der online ausgetragene Preiswettbewerb für die Bonner Behörde zählt – damit mimt das Bundeskartellamt derzeit den Totengräber des Fachhandels.

Marcel Rotzoll, Chefredakteur von ′markt intern’-Sport-Fachhandel kommentiert zum Fall Acics.

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